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Glaukom (Grüner Star) Früherkennung und Therapie

Der Grüne Star (Glaukom) ist die häufigste vermeidbare Erblindungsursache der westlichen Industrieländer. Etwa 2% der 40jährigen, aber schon fast 10% der 70jährigen leiden an einem Glaukom. Die Erkrankung hat eine genetische Komponente: je mehr direkte Angehörige an einem Glaukom leiden, desto höher ist das Risiko, später selbst einmal ein Glaukom zu bekommen. Die Gefahr bei dieser Erkrankung liegt darin, dass sie meist keine Beschwerden verursacht und somit vom Patienten subjektiv nicht wahrgenommen wird. Obwohl das chronische Glaukom meistens langsam voranschreitet, wird es häufig erst sehr spät richtig diagnostiziert wird und wertvolle Zeit für die Therapie bereits irreversibel verlorengegangen ist.

Beim Glaukom besteht ein Missverhältnis zwischen bestehendem Augeninnendruck und Durchblutungssituation des Sehnerven. Häufig ist die Ursache ein permanenter oder intermittierender Druckanstieg im Auge. Dieser erhöhte Augeninnendruck führt zu einem Kollaps der Gefäße am Sehnerven; im Laufe der Zeit gehen Nervenfasern durch die schlechte Sauerstoffversorgung und die Druckschädigung zugrunde. Manche Personen haben generell eine schlechte Durchblutung des Sehnerven. Bei ihnen reicht mitunter schon ein normaler Augeninnendruck aus, um den Sehnerven zu schädigen (sog. „Normaldruckglaukom“). Deswegen ist es so wichtig, bei der Glaukomprophylaxe nicht nur den bestehenden Augeninnendruck zu messen, sondern sich auch den Sehnerven anzugucken. Nur wenn beides gut aussieht, kann ein Glaukom ausgeschlossen werden. Stellt der Arzt einen erhöhten Druck oder einen auffälligen Sehnerven fest, schlägt er in der Regel eine weitere Abklärung vor. Hierzu zählen weitere Druckmessungen über den Tag verteilt (der Augeninnendruck schwankt im Laufe eines Tages) und eine Messung der Hornhautdicke (Pachymetrie). Bei einer dickeren Hornhaut werden höhere Werte, bei einer dünneren Hornhaut niedrigere Werte als tatsächlich vorhanden gemessen.
In den letzten Jahren wurden hochpräzise Untersuchungsapparate entwickelt, die selbst beginnende Schäden in der Nervenfaserschicht aufdecken sollen (insbes. OCT, GDx). Da diese gerade in der Frühdiagnostik und als Verlaufskontrolle eine große diagnostische Hilfe sind, empfehlen wir diese Untersuchungen bei bestimmten Risiko-Konstellationen, auch wenn die Kosten hierfür nicht von der Krankenkasse übernommen werden.
Je früher das Glaukom erkannt und therapiert wird, desto besser sind Ihre Chancen für den Erhalt Ihrer Sehfähigkeit. In der Regel erreicht ein Großteil der Patienten mit drucksenkenden Augentropfen eine ausreichende therapeutische Drucksenkung, in selteneren Fällen hilft nur eine Operation oder eine Laserbehandlung um den Augeninnendruck dauerhaft zu normalisieren.

Die Gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Glaukomprophylaxe nicht. Dies gilt auch für Patienten mit einem erhöhten Glaukomrisiko, also z.B. Verwandte von Glaukompatienten. Hat der Arzt nach der Untersuchung einen hochgradigen Verdacht auf ein Glaukom, gehen die weiteren Augeninnendruckmessungen zu Lasten der Krankenkasse –zumindest, bis dieser Verdacht sich im Idealfall nicht bestätigt. Die Augeninnendruckmessungen bei einem gesicherten Glaukom übernimmt die Krankenkasse.

Bitte wundern Sie sich nicht, wenn Sie bei uns ab dem Alter von 35 Jahren schon an der Anmeldung auf die Wichtigkeit der Glaukomprophylaxe hingewiesen werden! Der Berufsverband der Augenärzte (BVA) empfiehlt Messungen alle 2 Jahre, bei Risikopatienten häufiger.
Mehr Informationen rund um das Thema "Grüner Star" finden Sie im Internet beim Initiativkreis zur Glaukom Früherkennung e.V. unter der Adresse http://www.glaukom.de